Projektidee
Amblyopie ist eine – meist durch Schielen bedingte – Sehstörung, bei der die Sehkraft eines Auges gegenüber dem anderen stark eingeschränkt ist. Die Ursache dafür ist nicht organisch bedingt, sondern liegt in der gestörten Verarbeitung im Gehirn und kann durch Trainingsmaßnahmen günstig beeinflusst werden.
Das Dresdner Projekt Spielen statt Schielen trägt dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse für Amblyopie-Patienten praktisch nutzbar zu machen. Seit 1995 entwickeln wir in interdisziplinärer Kooperation eine computergestützte Sehschulung für Kinder mit Amblyopie:
- Ophthalmologen bringen den medizinisch-fachlichen Hintergrund zur Augenheilkunde ein;
- Psychologen tragen Erkenntnisse zu den neuro-kognitiven Prozessen des Sehens bei;
- Informatiker setzen die entwickelten Methoden in praxistaugliche Anwendungen um.
Unsere Mission
- wir machen neue Erkenntnisse aus der Forschung für die Patienten praktisch nutzbar
- wir entwickeln und verbreiten eine computergestützte Sehschulung, welche die Sehfähigkeit von Kindern verbessert
- wir organisieren medizinische Studien, um die Sehschulung auf wissenschaftlicher Basis weiterzuentwickeln
- wir informieren über Amblyopie und die Behandlungsmöglichkeiten
- wir unterstützen Betroffene und bringen Ärzte, Therapeuten und Patienten zusammen
Projektgeschichte
Die Erforschung computergestützter Schulungsmethoden zur Behandlung von Amblyopie hat an der TU Dresden bereits Tradition, die 1995 mit einer interdisziplinären Kooperation von Augenklinik und der Fakultät Informatik begann. Dank der Unterstützung zahlreicher Förderer konnte das Verfahren bis heute stetig weiterentwickelt und in mehreren medizinischen Studien erprobt werden.
Die wichtigsten Meilensteine des Projekts:
| 1995 | Gründung der Projektgruppe zur Entwicklung einer Sehschulung für Kinder mit Amblyopie |
| 1996 – 1998 | Erste Pilotstudie mit Unterstützung der Roland-Ernst-Stiftung: Amblyopia treatment by means of computer-games with background stimulation- a placebo controlled pilot study of 10 days |
| 1997 – 1998 | Forschungsprojekt: Meridionale Amblyopie (Mericon) gefördert vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst |
| 1998 | Auszeichnung mit dem Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung |
| 2000 – 2002 | Deutschlandweite klinische Studie unter Förderung der Roland-Ernst-Stiftung: Computerunterstützte Sehschulung II – Eine multizentrische prospektive Studie |
| seit 2002 | Forschungskooperation mit dem Helmholtz-Institut Moskau |
| 2006 – 2008 | Industriekooperation „Prototyp zur softwarebasierten Schielbehandlung” mit A+S Consult GmbH gefördert durch die Arbeitsgemeinschaft industrielle Forschung (AiF) des BMWi |
| 2008 | Teilnahme an der Initiative „Carus Consilium Sachsen – Gesundheitsregion Dresden“ mit dem Schwerpunkt „Mobile Diagnostik“ |
| seit 2009 | Gründungsförderung durch das BMWi im Rahmen von EXIST |
| Mai 2010 | Ausgründung der Caterna GmbH |
Team
Unsere Projektgruppe führt die Kompetenz verschiedenster Fachrichtungen in einem Team zusammen. Uns verbindet das gemeinsame Interesse für die Amblyopieforschung und die Vision, mit unserem Engagement betroffenen Kindern zu helfen.
Unser Team in Dresden:
- Dr. rer. nat. Uwe Kämpf, Psychologie
- Dipl. Ing. Inf. Sascha Seewald, Informatik
- Cand. phil. Nicolaus Widera, Sprachwissenschaften
- Dipl. Inf. (BA) Philipp Sende, Informatik
- Dipl. Ing. (BA) Robert Lange, Medizintechnik
Wissenschaftliche Beratung:
- Prof. Dr. Dr. psych. habil. Boris M. Velichkovsky, Technische Universität Dresden
- Dr. Ing. Wilfried Mascolus, Technische Universität Dresden
- Dr. med. Matthias Thümmler, Medizinisch Theoretisches Zentrum Dresden
- Prof. Dr. med. em. Wolfgang Haase, Hamburg
- Dr. med. Peter Kaupke, Hamburg
- Dr. med. Felix Muchamedjarow, Senftenberg
Partner
Unsere Arbeit wird begleitet und unterstützt von:
- Universitätsklinikum Carl Gustav Carus, Klink und Poliklink für Augenheilkunde, Dresden
- Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus, Medizinisch Theoretisches Zentrum, Dresden
- Lehrstuhl für Ingenieurpsychologie und Kognitive Ergonomie, Dresden
- Professur Computergraphik und Visualisierung, Institut für Software- und
Multimediatechnik der Fakultät Informatik, Dresden
- Helmholtz Institute for Eye Diseases, Moskau
- Roland Ernst Stiftung für Gesundheitswesen
- Koordinierungszentrum Klinische Studien Dresden
- Dresden Exists
- Caterna GmbH
Wir brauchen Ihre Unterstützung!
Für die vielfältigen Aufgaben im Rahmen unseres Projekts benötigen wir Unterstützung:
- Forschende Ärzte, die an wissenschaftlichen Kooperationen und Studien interessiert sind, um unseren Therapieansatz in Theorie und Praxis weiter auszubauen
- Praktizierende Ärzte und Therapeuten, die unsere Schulung praktisch einsetzen und aktiv an dessen Weiterentwicklung mitwirken wollen
- Patienten und Eltern, die helfen wollen, unsere Sehschulung bekannter zu machen und mit Kritik und Anregungen einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung des Verfahrens leisten
Nehmen Sie Kontakt mit uns auf!