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Studienstart vorerst verschoben

Nicolaus Widera am 17.12.2009

Es gibt für nichts eine Garantie. Das gilt erst recht, wenn man Klinische Studien durchführen möchte und dazu auf Forschungsgelder angewiesen ist. Eine Studiendurchführung ist bei den immensen Gesamtkosten in der Regel nicht ohne die Finanzierung durch einen Geldmittelgeber möglich.

In unserem Fall hatten wir nach einem aussichtsreichen Erstgutachten von der Deutschen Forschungsgemeinschaft die Aufforderung erhalten, einen umfangreichen Studienvorschlag einzureichen für einen deutschlandweiten Einsatz des Sehtrainings bei mehr als 300 Patienten zuhause. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist einer der größten Studienfinanzierer in Deutschland und bezieht seine Gelder zum großen Teil von Bund und Ländern. Als objektives Gremium prüft sie das Design, den Bedarf und die Qualität von Studienvorhaben in ganz Deutschland. Letztendlich stehen jedoch auch der Deutschen Forschungsgemeinschaft nur begrenzte finanzielle Mitteln zur Verfügung.

Nach einer langen Phase des Wartens haben wir nun leider eine Absage für die Finanzierung erhalten. Die für das Frühjahr 2010 geplante Amblyopie-Studie muss bis auf weiteres verschoben werden. Wir versuchen nun, einen anderen Finanzier zu gewinnen und arbeiten weiter daran, dass Sehtraining auch regulär außerhalb von Studien anbieten zu können.


Sehtraining bei stagnierender Okklusion

Nicolaus Widera am 29.09.2008

Unter dem Titel Long-Term Application of Computer-Based Pleoptics in Home Therapy: Selected Results of a Prospective Multicenter Study (erschienen 2008 im Strabismus-Journal Vol. 16, No. 4, Pages 149-158) werden die Ergebnisse einer entsprechenden Studie im Hinblick auf eine Anwendung des Sehtrainings bei stagnierenden Okklusionspatienten besprochen. Mit diesem Sehtraining können Kinder mit einer Schwachsichtigkeit (Amblyopie, eine Begleiterscheinung des Schielens/Strabismus) während der Okklusion am Computer das Sehen trainieren. Im Resultat machen die Studienergebnisse deutlich, dass ein Sehtraining in der Regel auch bei denjenigen Amblyopiepatienten einen signifikanten Effekt erwarten lässt, deren Behandlungsfortschritt bei ausschließlicher Okklusionstherapie ins Stocken geraten ist.

Die Summary zu den Studienergebnissen aus dem Strabismus-Journal lesen Sie hier.


Wer hat an der Uhr gedreht?

Nicolaus Widera am 24.05.2003

Ein amerikanisches Forscherteam will die Okklussionsdauer bei Amblyopiepatienten reduzieren

In der jüngeren Forschung gibt es Hinweise darauf, dass die Effekte einer Okklusionstherapie durch ergänzende Maßnahmen noch weiter optimiert werden können. Aktuell konnte Michael Repka Johns-Hopkins-Kinderzentrum in Baltimore (USA) in einer Studie zeigen, dass dies auch für die Okklusionszeiten zutreffen kann. So kann durch das regelmäßige Ausführen sogenannter „naher Arbeiten“ (gemeint sind augennahe Tätigkeiten, wie Malen, Lesen etc.) während der Okklusion die Behandlungsdauer von Amblyopiepatienten auf bis zu 2 Stunden täglich reduziert werden, ohne dass dabei eine Verminderung des Gesamtbehandlungserfolgs eintritt. Was bisher nur für Kinder mit leichter Amblyopie gezeigt werden konnte, soll nun auch bei schwereren Fällen von Amblyopie überprüft werden. Mehr zur Studie und den Untersuchungsergebnissen.